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Eisenmeteoriten von Gibeon
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Gibeon Iron Meteorites. Their Discovery, History and Research. By Svend Buhl
Das Gibeon-Meteoritenstreufeld heute
Das bekannte Gesamtgewicht der bis heute geborgenen Gibeon-Meteoriten
überschreitet 26 Tonnen. Die präatmosherische Größe des Gibeon-Körpers
wird mit > 3 m angegeben, >4 m sind anzunehmen, wenn man die Messdaten zur
Abschirmung kosmischer Strahlung berücksichtigt (Bajo et al. 2008). Insgesamt
wurden bis heute mehr als 74 Massen über 100 kg gefunden, wahrscheinlich
liegt die Zahl jedoch
wesentlich höher. Die Anzahl der kleineren Massen (<30 kg) übersteigt deutlich 1.000.
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Bereits während des Herero-Krieges 1904/1905 aber auch später, während des Ersten Weltkrieges,
wurde die Gegend um Gibeon Zeuge mehrerer Gefechte. So auch im April und Mai 1915 als
die Südafrikanische Armee mit überlegenen Kräften eine Abteilung der deutschen
Kolonialtruppen bei Keetmanshoop und Grootfontein angriff. Foto: Dr.-Ing. Klaus Dierks
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Heute gilt der Gibeon-Meteoritenschauer
als der sechstgrößte in punkto Gesamtmasse. Die
Ausdehnung der Streuellipse beträgt rund 370 x 185 km, eine Fläche,
die Gibeon zum größten bekannten Meteoritenstreufeld der Erde macht.
Eine weitere Besonderheit von Gibeon ist das
Fehlen einer typischen räumlichen Masseverteilung, wie sie bei
vergleichbaren Streufeldern der Fall ist. Bei Gibeon finden sich
große und kleine Massen in einer zufälligen räumlichen Streuung,
bei der die Hauptmenge der kleineren Stücke im Zentrum des Falles
südlich und südöstlich des Ortes Gibeon angesiedelt ist. Also nicht
am Anfang des Streufeldes, so wie es bei einem gewöhnlichen Fallereignis
zu erwarten wäre. Offensichtlich wurden die ballistischen Parameter des
Falles außer durch die üblichen aerodynamischen
und witterungsbedingten Einflüsse auch durch die
kinetische Wirkung einer starken Luftdetonation beeinflusst. Das
Streufeld bildet deshalb auch keine Ellipse, wie sonst üblich,
sondern einen Streufächer.
Bereits seit dem späten 19. Jahrhundert haben europäische Prospektoren
nach Gibeon-Meteoriten gesucht. Funde wurden bis in die 1990er Jahre gemacht
(Ashwal 2001). Zu Zeiten von Buchwalds Studien zu den Gibeon-Meteoriten
wurde wenig Gebrauch von Metalldetektoren gemacht. Dies änderte sich
dann in den späten 1970er und 1980er Jahren. Durch den Einsatz von
professionellem Gerät änderte sich auch die Massenverteilung der Funde.
Anstatt einiger weniger großer Massen wurden nun viele Massen
im Pfund- und Kilobereich gefunden. Leider fehlt es gerade für
diese kleineren Funde, die für das Verständnis der
Distributionsmechanik des Gibeon-Streufeldes
von großer Bedeutung sind, an präzisen Fundkoordinaten.
Gibeon-Meteoriten sind heute in privaten und institutionellen
Sammlungen und Museen weit verbreitet. Das Meteoreisen wird
nicht nur für sein exzellentes scharf gestochenes Ätzbild, sondern
insbesondere auch für seine geringe Anfälligkeit für Rost hoch geschätzt.
2004 verabschiedete Namibia analog zu Südafrika (1999) ein Abkommen zum
Nationalen Erbe (National Heritage Act, 2004). Mit diesem Abkommen
wurde ein Exportverbot für Meteoriten sowie weitere Vorschriften
verhängt, nach denen bereits das Freilegen eines Meteoriten
sowie dessen Bewegung an seinem Fundort eine Straftat darstellt.
Die heute unter Mineralien- und Meteoritensammlern und -händlern
gehandelten Gibeon-Meteoriten stammen in der Regel aus früheren
Funden und wurden vor der Unabhängigkeit Namibias und des heute
geltenden Exportverbotes für Meteoriten aus Südafrika exportiert.
Die Marktpreise für Gibeon-Material sind in den Jahren seit
Inkrafttretens des Exportverbotes kontinuierlich gestiegen, von
rund 50 $/kg und darunter in den 1970er Jahren auf rund 500 $/kg
und darüber heute. Für präpariertes Material gelten heute Preise von 1 - 2 $/g.
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Ruinen der Deutschen Kolonial-Polizeistation von Kub am Ufer des Großen
Fischflusses nahe Kalkrand, Hardap-Gegend. Foto: Dr.-Ing. Klaus Dierks
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Aktive Feldforschung im Fundgebiet findet heute nach Auskunft
der ortsansässigen Farmer nicht mehr statt. Dies ist auch darauf
zurückzuführen ist, dass die aktuelle Gesetzeslage den Farmern wenig
Anreiz bietet, neu entdeckte Massen zu kartographieren und deren Entdeckung
der Forschung zu melden. Mit Blick auf die seit 2004 geltenden Gesetze, die
Feldbegehungen und Recherchen die dem Ziel dienen, Meteoriten zu finden,
explizit verbieten (National Heritage Act 2004), erscheint es fraglich,
ob sich Citrons Erwartungen an eine zukünftige Erforschung des Gibeon-Streufeldes
je erfüllen:
"Eine gründliche Erforschung dieses Gebietes würde unweigerlich
zur Entdeckung mehrerer zusätzlicher Tonnen
Meteoritenmaterial und zur Erweiterung der Streufeldgrenzen
dieses enormen Meteoritenschauers führen." (Citron 1967)
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Zeitgenössische Literatur zu den Gibeon-Meteoriten aus der Sammlung des Autors
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Quellen und weiterführende Literatur
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