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Meteoritica
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Meteoritensammlung

Inventar # C 040
Account Of The Discovery And Bringing Home Of The "Saviksue" or
Great Cape York Meteorites
Von Lt. Robert E. Peary, In: Northward over the "Great Ice": A
Narrative of Life and Work along the Shores and upon the Interior
Ice-Cap of Northern Greenland in the Years 1886 and 1891-1897. 2 Bände. New York 1898
Hochinteressanter Bericht über die Entdeckung und Bergung der ersten
drei Cape York Meteoriten, aufgezeichnet durch den Entdecker selbst. Peary legt dar, wie praktisch
jede Polarexpedition, die seit 1818 in die Gegend von Melville Bay führte,
versucht hat das Rätsel des mysteriösen "Iron Mountain" zu lösen.
Nachdem sich bereits das auf der Disko Insel entdeckte Eisen als
terrestrisch herausgestellt hatte, wuchsen die Zweifel an einer
kosmischen Herkunft des legendären "Iron Mountains". Zumal diesen
bis dato lediglich die einheimischen Eskimo zu Augen bekommen hatten.
Peary selbst hatte zuvor bereits mehrfach aufgrund ungünstiger
Witterung auf seinem Weg ins Innere der
Melville Bay umkehren müssen. Erst im Mai 1894 gelang es ihm
und seinen Eskimo Führern,
das Ziel mit ihren Hundeschlitten zu erreichen.
Im Sommer 1894 unternahm Peary dann den ersten Versuch, Melville Bay
mit seinem Schiff "Falcon" zu erreichen, um die beiden kleineren Meteoriten "Woman" und "Dog"
einzuschiffen. Die Operation scheiterte
aufgrund des ungewöhnlich kalten Polarsommers 1894 und es gelang Peary
nicht, näher als 30 nautische Meilen
an die Cape York Meteoriten heranzukommen. Für das kommende
Jahr wurde erneut ein Versuch geplant.
Die Inuit berichteten Peary, dass auch sie bereits einige Jahre früher
einen Versuch unternommen hatten, einen Teil des "Woman"-Meteoriten
abzutransportieren. Ein Teil des Oberkörpers der "Frau" war
bereits zuvor durch das ständige Abmeißeln kleiner
Fragmente über die Jahrhunderte vom Rumpf
getrennt worden. Als sich der Kopf löste, wurde dieser durch ein Trupp
Eskimo aus Peterahwik auf einen Hundeschlitten geschnallt und
zum Abtransport vorbereitet. Die Eskimo erhofften
sich eine leichtere Versorgung mit dem kostbaren Werkzeugmetall und glaubten künftig
auf die beschwerliche Reise nach Cape York und hinein nach Melville Bay verzichten zu können.
Als sich dieser Trupp nun weit draußen auf dem Packeis befand, brach plötzlich die Scholle mit lautem
Krachen auseinander und
der Kopf der "Frau" verschwand unter dem Wasser,
den gesamten Schlitten mitsamt dem
Hundegespann nach sich in die eisige Tiefe ziehend.
Die Eskimo selbst kamen mit knapper Not mit dem Leben davon. Seit dem
wurde kein Versuch mehr unternommen,
auch nur das kleinste Fragment der himmlischen "Frau" wegzuschaffen.
Im späten August 1895 liess Peary "Woman" und "Dog" zum Strand
transportieren und dann auf sein Schiff "Kite" verladen.
Es waren dies die ersten der Grönland-Meteoriten, die in den
Vereinigten Staaten eintrafen. Dann, ein Jahr später, 1896, nachdem
es Peary gelungen war, ein Schiff zu chartern, dass den durch den Transport von Ahnighito
zu erwartenden Belastungen
gewachsen war, begann der schwierigste Teil des Unternehmens.
Es dauerte insgesamt zehn Tage bis Pearys aus hundert Köpfen bestehender Eskimo-Hilfstrupp
den Ahnighito Meteoriten freigelegt hatte. Peary und seine Offiziere lösten
sich im Schichtbetrieb ab. Es wurde rund
um die Uhr gearbeitet. Dann liess Peary eine Rampe zur Verladung des Monsters
auf sein Schiff anlegen und man begann mit dem
Transport des Meteoriten, der, einmal in Bewegung gekommen, stetig
Zentimeter für Zentimeter in Richtung Schiff gewinscht wurde.
Als Ingenieur war Peary den Herausforderung des beispiellosen
Unterfangens gewachsen. Mit hydraulischen Hebeböcken
wurde der Meteorit aus seiner jahrtausendealten Position gewuchtet.
Eindrucksvoll schreibt Peary hierzu:
"... and as it rose slowly inch by inch
under the resistless lift of the hydraulic jacks, gradually displaying
its ponderous sides, it grew
upon us as Niagara grows upon the observer, and there was not one of us unimpressed by the
enormousness of this lump of metal."
Erst 1897 konnten die Arbeiten beendet werden und Ahnighito wurde
über eine schwere, mit Gegengewichten ausgestattete
Brückenkonstruktion, im Rahmen einer sechs Tage
dauernden Kraftanstrengung an Bord gezogen. Einmal an Bord, wurde der Koloss
mittels der schweren Hebeböcke bis über den Kiel herabgelassen und fest verkeilt, um den Schwerpunkt des Schiffes
so tief wie möglich zu legen.
Bevor Peary seinen Bericht mit der Wiedergabe von Briefen
Weinschenks und Brezinas, welche die meteoritische
Natur seiner Funde bestätigen, beendet, würdigt er
die "unschätzbare Hilfe" seiner treuen Eskimotruppe, die "alle
ihre Kräfte daransetzte, den "Eisernen Berg" ihrer Vorväter
in seinen Besitz zu bringen".
Inventory # C-065
Ueber den Tauschwerth der Meteoriten
Von E. A. Wuelfing, Separat-Abdruck aus dem Neuen Jahrbuch Für Mineralogie und Palaeonthologie,
Jg. 1899. Bd 1. S. 115-118. Stuttgart 1899
Wuelfings kurze Schrift "Über den Tauschwerth der Meteoriten" zählt zu
den wichtigsten Quellen, die über die Bedingungen und Hintergründe des
institutionellen und
privaten Meteoritenhandels des 19. Jahrhunderts Aufschluss geben.
Durch die mathematische Verknüpfung von
acht Faktoren, die nach Wülfing für die Wertbestimmung eines Meteoriten
ausschlaggebend sind, gelangt er zu einer
komplexen Formel, mit welcher sich der Wert eines individuellen Meteoriten bennen lässt.
Zu diesen wertbestimmenden
Faktoren zählt Wülfing unter anderem Gesamtgewicht der Klasse und des Fundes,
Anzahl unterschiedlicher Besitzer, die Wahrscheinlichkeit künftiger Fälle aber
auch Charakter und individuelles Gewicht der Probe.
Wie so oft bei wissenschaftlichen Abhandlungen kommt das Salz in der Suppe über
die Fussnoten
in den Text. So gibt Wülfing zu, dass einige Kuratoren
wohl Probleme damit hatten, seine komplexen
Wertberechnungen in ihren Tauschgeschäften mit den Meteoritenhändlern durchzusetzen.
Auf S. 116 der Schrift
zitiert Wülfing einen britischen Korrespondenten der Zeitschrift
Nature: "As regards the pecuniary values to be assigned to the meteorites,
we are afraid that the dealers will eschew all such mathematical calculations as are suggested
by the author, and will in each case get, as heretofore, what they can".
Auch schulden wir Wuelfing die wohl einzigartige Dokumentation eines Disputs
über einen Tausch eines Sammlers mit einem institutionellen Kurator, bei dem es
zu Unstimmigkeiten über den Wert einer Scheibe Vaca Muerte kam (Abbildung oben).
Der Sammler bot eine 268g Scheibe von Vaca Muerte und erielt darauf eine Liste mit Material, das
ihm der Kurator dafür anbot (obere Tabelle). Der Sammler, der überzeugt war das das Angebot des Kurators unter dem
Wert der angebotenen Scheibe liege, antwortete seinerseits mit einer Liste
von Meteoriten, die er bei einem anderen Tausch bereits für eine kleinere
Vaca Muerte Scheibe erhalten hatte (untere Tabelle). Leider berichtet
Wülfing nicht, ob und wie sich die beiden Parteien geinigt hatten.
Fortsetzung
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Verkauf von Meteoritica
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