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Chergach
Stein, Chondrit, H5 Uübergang zu Impakt-Schmelz-Brekzie
Erg Chech, Nord Mali
Fall Juli 2007

Einige der kürzlich geschnittenen Proben des Chergach Materials zeigen deutlich
Impakt-Schmelz-Brekzierung (IMB). Der abgebildete Enschnitt wird von mehreren anthrazitfarbenen
Schmelzadern geschnitten, die ihrerseits unterschiedlich stark geschockte und maskelynitreiche
Klasten umschliessen.
Das Exemplar wiegt 13,10g

36.7g Endschnitt einer Impakt-Schmelz-Brekzie des Erg Chech Meteoriten

Dünnschliff einer IMB Probe. (Foto: Dr. Beda Hofmann, Naturhistorisches Museum Bern)

Ilmenit-Chromit, Auflicht, Probe in Ölimmersion, Bildbreite 0.3 mm (Foto: Dr. Beda Hofmann, Naturhistorisches Museum Bern)

Eisen-Troilit, entmischte eutektische Schmelze, Auflicht, Probe in Ölimmersion, Bildbreite 0.3 mm (Foto: Dr. Beda Hofmann, Naturhistorisches Museum Bern)

Der abgebildete Befund deutet auf eine katastrophale Kollision in die der Mutterkörper des
Chergach-Materials verwickelt war. Der abgebildete 22,51g Endschnitt zeigt eine stark ausgeprägte
schwarze Schmelzader, die unterschiedlich stark geschockte Klasten trennt

Überschmolzenes NiFe-Aggregat, das aus der Schmelzkruste eines 440,90g Individuums
des Chergach-Falles
ragt. Die 12mm messende Konkretion ist von einer Schmelzkruste in Anlauffarben überzogen,
die am Apex
durch den Plasmastrom aberodiert wurde, an den Rändern
aber noch gut und mitsamt der Fliesslinien erhalten ist.
Die nockenförmige Konkretion befindet
sich im Tal einer flachen Regmaglypte was darauf hindeutet, dass das
umgebende Matrix-Material aufgrund seines
niedrigeren Schmelzpunktes rascher abgeschmolzen ist.

261g Individuum des Erg Chech Meteoriten. Rund 100kg
eines jüngeren Falles wurden beiderseits der Grenze aus
Nord Mali und Südalgerien gemeldet.
Nach A. Habibi handelt es sich um einen Fall der im Juni oder Juli 2007 im
Chergach niederging, das ist der algerische Name für den Erg Chech in Nordmali.
Unbestätigten Berichten zufolge bildet das
Streufeld eine über 30km lange Ellipse.

Das Chergach Material lässt sich auch für den Laien relativ gut von den übrigen jüngeren
nordafrikanischen Fällen (Benguerir, Amgala, Bensour) unterscheiden, sobald Bruch- oder Schnittflächen
einen Blick ins Innere freigeben. Ohnehin scheint aufgrund der sich überschneidenden Fund- und Distributionszeiträume
sowie der Vielzahl an geborgenen Fragmenten aus beiden
Fällen nur mit Bassikounou ein ernste Verwechslungsgefahr vorzuliegen.
Wie der oben abgebildete Vergleich zeigt weist Chergach ("Mali") eine aschgraue Matrix mit
gebänderten bläulichen Zonen auf, die oft dunkelgraue bis hellgraue Klasten umschliessen. Chergach
zeigt sehr kleine jedoch gut ausgeprägte Chondren, jedoch nur selten die für Bassikounou typischen haarfeinen Schockadern. Bei Teilen des
Chergach Materials handelt es sich um Impaktschmelzen oder Impaktbrekzien. Bassikounou zeigt dagegen eine homogene und
deutlich hellere, ins Safran spielende Matrix.

Vergleich der Bruchflächen der Chergach- (links) und Bassikounou- (rechts) Meteoriten.

Brekzierte Schnittsektion. Deutlich zu sehen ist die dunklere
unequilibrierte Lithologie, die hellere, stärker equilibrierte Klasten umschliesst. Foto: Christian Anger

Andere Quellen gaben an, das neue Material stünde möglicherweise in Zusammenhang mit
einer Feuerballsichtung von September/Oktober
2006 aus der nordwestlich der Grenze Algerien-Mali gelegenen Stadt Adrar. Auch zum Adrar-Fall gibt es bisher nur
vereinzelte Informationen. Augenzeugen berichteten von einer Fuerkugel, die über Adrar hinwegflog, sich in einen Schwarm glühender Fragmente zerlegte und
Richtung Mali niederging.
Die Messung der kurzlebigen Radionuklide des Chergach
Materials zeigte jedoch, dass der Meteorit definitiv im Juli 2007 fiel und damit ein separates Ereignis repräsentiert.
Am Tag nach dem Fall führten Soldaten Malis eine Suchaktion nach vermeintlichen
Raketentrümmern durch, die jedoch zu keinem Ergebnis führte. 15 Tage später gab
Sommane Oueld El Mokhtar, ein Kamelhirte aus Mali, an, er habe beim Durchqueren des Erg Chech Steine
gefunden, die kürzlich vom Himmel gefallen seien. Seit dem wurden rund 100kg an Meteoriten in der ausgedehnten
Streuellipse des Chergach Meteoritenfalles gefunden.

Ungefähre Flugbahn des Sept./Okt. 2006 Boliden von Adrar rekonstruiert nach
den Berichten von Einwohnern. Die Satellitenaufnahme Adrars ist genordet. Die Entfernung von Adrar zum Fundgebiet des Erg
Chech Meteoriten misst über 400 Kilomter. In der Regel legen Meteoroiden
während ihrer hellen Flugphase kürzere Entfernungen zurück, dennoch wäre eine solche Distanz nicht ganz auszuschließen gewesen.

21.4gm Probe des Erg Chech Meteoriten. Die Bruchfläche zeigt eine aschgraue Matrix mit wenigen, sehr kleinen Chondren. Anders
als Bassikounou zeigt diese Probe des Erg Chech Meteoriten keine Impakt-Schmelzadern. Der NMR Maßstabswürfel hat die Kantenläge 1 cm
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