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Meteoriten der HED-Gruppe
Teil 2, Diogenite



NWA 5597, ein frischer Diogenit mit einem TKW von 232,60 g. Nahe des Ortes Outat el Hadj in Marokko wurden durch Herrn Abdessmad im Sommer 2007 zwei Steine mit einem Gesamtgewicht von 171,5g gefunden. Die Meteoriten weisen eine frische sandgestrahlte bzw. wüstengeätzte Schmelzrinde auf. Das kleinere Exemplar verfügt über Reste ausgeprägter Fließlinien. Bei beiden Steinen handelt es sich um monomiktische Diogenite, Proben werden derzeit klassifiziert. Das Bild oben zeigt den 119g Stein.



Abbildung des 52g Steines. Diogenite sind magmatische Gesteine aus dem Mantel des gleichen Mutterkörpers, von dem auch die Eukrite und Howardite stammen. Zusammen bilden diese drei basaltischen Achondrite die Meteoriten der HED Gruppe (Howardite, Eukrite, Diogenite). Der Asteroid 4 Vesta gilt als Mutterkörper dieser Meteoriten. Diogenite bestehen überwiegend aus grobkörnigem Orthopyroxen mit beigemengtem Chromit, Troilit und Ni-armen Eisen. Einige Diogenite enthalten geringe Mengen an Olivin und Plagioklas. Im Gegensatz zu den übrigen Meteoriten der HED-Gruppe sind Diogenite in der Zusammensetzung ihrer Hauptelemente sehr uniform.



Nahaufnahme des 119g Steines. Man sieht sehr schön, dass das Pyroxen in Diogeniten oft in Form von außergewöhnlich großen Kristallen vorliegt. Beide Massen dieses Fundes zeigen große (>11mm) Orthopyroxene was auf ein sehr langsames Abkühlen in einer Magmakammer in großer Tiefe des Mutterkörpers hindeutet.



Beide Meteoriten zeigen ein Flickwerk aus glänzender Schmezrinde auf einer grünlich-honigfarbenen Lithologie, die typisch für leicht- oder kaum verwitterte Diogenite in situ ist. Die Schmelzrinde von Diogeniten ist aufgrund ihres geringen Anteils von Metalloxyden wesentlich anfälliger für mechanische und chemische Verwitterung als die Kruste gewöhnlicher Chondrite.



19,5g Endschnitt des 52g Outat el Hadj Diogeniten. Die Fläche zeigt deutlich die Orthopyroxenkristalle.



Das Bild oben zeigt ein 58.01g Individuum des Bilanga Meteoriten. Bilanga ist eine einzigartige magnesiumreiche und calciumarme Diogenitbrekzie. Der beobachtete Fall eines Diogeniten ist extrem selten, Bilanga ist einer von bislang nur 11. Das oben abgebildete Exemplar zeigt eine frische schwarzglänzende Schmelzrinde auf einer hellen, leicht ins Grün schimmernden Matrix in der sich deutlich die großen Orthopyroxenkristalle abheben.



Diese Aufnahme zeigt ein 72g Fragment eines extrem seltenen Ca-armen Diogeniten, der in Tatahouine/Tunesien fiel. Es handelt sich dabei um einen beobachteten Fall vom Juni 1931. Tatahouine explodierte gegen Ende der Flugbahn in einer Wolke aus meist kleineren Fragmenten. Nur wenige Kernstücke wogen über 30g. Dieses golfballgroße Fragment zeigt noch immer Anhaftungen tunesischer Erde und zählt zu den wenigen Exemplaren mit >70g Masse. Der Meteorit zeigt ebenfalls außergewöhnlich große Orthopyroxen-Kristalle.



43,20g Endschnitt von NWA 4473, ein Diogenit unbekannten Fundorts, der im Juli 2006 in Lâayoune, Marokko gekauft wurde. Der außergewöhnliche Diogenit wurde zunächst aufgrund der ungewöhlichen hellen Klasten, die typisch für lunare Oberflächenbrekzien sind, für einen Mondmeteoriten gehalten. Das Analyseergebnis ergab jedoch das typische Elementsprektrum eines Diogeniten. NWA 4473 weist die gleiche offensichtliche Lithologie wie NWA 4808 auf. Letzterer wurde 2006 von S. Ralew in Erfoud erworben und ist wahrscheinlich mit 4473 gepaart.



Auch die ungeschnittene Oberfläche von NWA 4473 zeigt deutlich, die für Diogenite untypischen hellen Klasten und eine durchgehende Brekzierung. Der NMR Maßstabswürfel hat die Kantenlänge 1cm



Sanderodierte Schmelzrinde auf einem 524 g Olivin Diogeniten vom Fundort des NWA 5480. Aufgrund ihres höheren Schmelzpunktes haben einige Chromitaggregate dem Abschmelzvorgang besser wiederstanden als das umgebende Material. Sie ragen nun in Gestalt schwarzer Körner und Stifte aus der Schmelzkruste hervor. Die Matrix des Meteoriten ist von intensivgrüner Farbe und erinnert stark an den Tatahouine-Diogeniten. Auf krustenfreien Partien zeichnen sich deutlich große Pyroxenkristalle ab. Gefunden wurde die abgebildete Masse 2009 zusammen mit mindestens vier weiteren Steinen desselben Falles 2009 bei Agaraktem im Erg Chech, an der Grenze von Mali und Mauretanien. Die Publikation im Meteoritical Bulletin unter einer separaten NWA-Nummer steht noch aus.

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