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HDR-Meteoritenphotographie
Meteoritenfunde und -fälle in High Dynamic Range Aufnahmen



Unklassifizierter 5,7kg Steinmeteorit aus Nordwest-Afrika (Inventar # B-0235) mit stark ausgeprägten Regmaglypten. Bei dem Foto handelt es sich um eine High Dynamic Range Aufnahme (HDR). Diese Technik, bei der 3-9 Aufnahmen in verschiedenen Belichtungsstufen mittels einer HDR-Software zu einem Bild kombiniert werden, eignet sich hervorragend, um Platizität und Tiefe von stark skulpturierten Meteoriten sichtbar zu machen. Immer vorausgesetzt, man achtet auf eine entsprechende Beleuchtung und die nötige Schärfentiefe.



Oben die Belichtungsreihe, die als Grundlage für das HDR-Bild diente. Die fünf Aufnahmen wurden im Raw-Format mit jeweils 1/2 Blende Unterschied gemacht(Kamera: Pentax K20D, Objektiv: Sigma 50mm F2.8 Makro). Die HDR-Software bestimmt nun aus der Kombination der Einzelaufnahmen den jeweils idealen Belichtungswert für eine bestimmte Partie des Motivs. Vereinfacht gesprochen werden zu helle Partien mit raw-Bilddaten aus einer niedrigeren Belichtungsstufe abgedunkelt und unterbelichtete, schwarze Partien, durch entsprechend höhere Belichtungswerte aufgehellt. Auf diese Weise entsteht ein Eindruck, wie ihn auch das menschliche Auge wahrnehmen würde, nicht aber eine Kamera.



Wie die Aufnahmen eines 1.138g Chergach Meteoriten (Invantar # B-0228) zeigen, läßt sich mittels HDR-Technik auch die Oberflächentextur von Meteoriten besser als auf herkömmlichen Bildern wiedergeben. Die größere Dynamikreichweite erlaubt eine Reduktion der Lichtreflexe auf den Fließlinien und ein Aufhellen der Bereiche zwischen den Graten der Schmelzrinde. Die im Detail des Kompositbildes unten abgebildeten Fließstrukturen erheben sich im Durchschnitt nur etwa 0,1mm und sind mit konventionellen Methoden nur sehr schwer abzubilden.



Die Belichtungsreihe unten, zeigt die Einzelaufnahmen des oberen Bildes. Bei dem Bild außen rechts handelt es sich um eine Aufnahme, die unter veränderter Beleuchtung aufgenommen wurde, um den Hintergrundkontrast des Endbildes zu verstärken. Wenn sichergestellt ist, dass weder das fotografierte Objekt noch die Kamera ihre Position verändern, lassen sich mit HDR-Software auch Aufnahmen kombinieren, die unter veränderten Lichtsituationen entstanden sind. Zu diesem Zweck empfiehlt sich ein massives Stativ mit einem soliden Kugelkopf.



Das HDR Bild unten zeigt ein 35,30g Individuum des Camel Donga Meteoriten aus West Australien. Die stark reflektierende emailleartige Schmelzrinde frischer Eukriten ist besonders schwer zu fotografieren. Normalerweise sind die hell-dunkel-Kontraste auf der glänzenden Kruste zu stark um in den zu hellen oder zu dunklen Regionen Details der Textur abbilden zu können. HDR bietet dagegen eine Möglichkeit, durch den erweiterten Dynamikbereich ein Abbild zu generieren, dass der Szenerie, wie sie das menschliche Auge sieht, sehr nahe kommt.



Bild unten: Detail der Schmelzrinde des 35,30g Camel Donga Eukriten. Obwohl die Qualität der HDR-Bilder bei der Darstellung auf dem Bildschirm leidet, läßt sich doch bereits das Potential erkennen, das die HDR-Technik für die Makro-Meteoritenfotografie bietet.



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